Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
Schwester Mercedes mit den Kindern

In der Wohnsiedlung „Cerro del Atlántico“ in Puerto Plata befindet sich ein typisch dominikanisches Haus, mit gelber Fassade und vergitterten Fenstern. Neben der Haustür hängen Buchstabenfliesen „CASA  NAZARET“ und ein Plakat, das einige der Kinder mit Bild und Namen vorstellt. Das auf den ersten Blick unscheinbare Gebäude ist ein Waisenhaus, in dem das Leben nicht immer einfach ist - bis auf zwei Kinder sind alle körperlich oder geistig behindert

Das Projekt „Casa Nazaret“ wurde vor 9 Jahren, am 15. August 2002 ins Leben gerufen und steht seither unter der Obhut von Schwester Mercedes Bejarán (54), einer Nonne, die seit 22 Jahren dem römisch- katholischen Karmeliterorden in La Vega angehört. Sie bewohnt im Haus ein Zimmer mit separatem Bad und kümmerte sich anfangs um 5 behinderte Waisenkinder.

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
Waisenkinder

Heute sind es insgesamt 19 Kinder, 6 Mädchen und 13 Jungen, die im „Casa Nazaret“ eine Zuflucht gefunden haben. Die jüngste ist 1 Jahr und 9 Monate alt, der Älteste bereits 16 Jahre. Neben Schwester Mercedes kümmern sich noch 6 weitere Angestellte um das Wohl der Kinder, sowohl in der Küche, als auch in der Kinderbetreuung. „Es gibt immer viel Arbeit, besonders am Morgen und am Abend!“ beteuert die Nonne. Zu diesen Zeiten müssen in 2 Badezimmern die Kinder gewaschen und an- bzw. umgezogen werden. Manche sind selbstständiger als andere. Einige haben eine hochgradige Behinderung und sind vollkommen auf fremde Hilfe angewiesen.

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
Geschwister aus Haiti

Zwei der Kinder stammen aus Haiti und wurden im Zuge des schrecklichen Erdbebens am 12. Januar 2010 in die USA gebracht. Der Versuch sie bei den Eltern im Nachhinein wieder zu integrieren, ist gescheitert, die Eltern sind kaum in der Lage sich selbst zu ernähren und wollten bzw. konnten die Kinder nicht zurücknehmen. So wurde „Casa Nazaret“ zu ihrem neuen Zuhause. Im Gegensatz zu den anderen Heimkindern leiden die beiden unter keinerlei Behinderung. Die Schicksale der Kinder im Haus sind so unterschiedlich und teilweise selbst der Schwester nicht bekannt. Ein Kind wurde von den Eltern ins Krankenhaus gebracht und nie wieder abgeholt. Eine anderes setzte man als Baby einfach vor der Haustür ab. Von anderen Kindern weiß man, dass die Eltern ums Leben gekommen sind und sich keiner der Familienmitglieder um sie kümmern konnte oder wollte.

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
Bei der Frühstückszubereitung

19 Kinder benötigen eine Menge Zuneigung, Aufmerksamkeit und vor allem auch Geld. Das Projekt finanziert sich im Moment zum Einen durch Spenden und zum Anderen durch die Firma BRUGAL, die die monatlichen Mietkosten des Hauses von 20.000 RD$ (ca. 400 Euro) übernimmt. Manchmal gibt es von der Regierung Finanzspritzen, die letzte gab es laut Schwester Mercedes vor 4 Monaten.. Das Budget ist immer knapp, sodass Spendengelder jederzeit benötigt werden! An einem Tag verbrauchen die Kinder ca. 33 Windeln. Neben Nahrungsmitteln und alltäglichen Dingen wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Waschsachen und Klopapier werden besonders auch Medikamente im Zuge der Behinderungen benötigt. Im Groben schätzt die Ordensschwester den Verbrauch auf ca. 300.000,- RD$ (ca. 6000 Euro) pro Monat. Dies beinhaltet  Lebensmittel und alltägliche Dinge, Medikamente, Neben- sowie Personalkosten. Zwei der größeren Kinder gehen zur Schule. Hier müssen Schulmaterial und Uniformen gekauft werden und auch der Schultransport kostet Geld.

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
Kinder im Erdgeschoss

Mittlerweile platzt das Haus aus allen Nähten. In 3 Schlafzimmern stehen Betten und Kinderbetten so eng neben einander, dass kaum Platz zwischen ihnen bleibt. 2 der Kinder schlafen sogar in einem Bett. Auch die vorhandenen Bäder sind klein und so gar nicht behinderten gerecht. „Es ist eben ein normales Haus und wir können auch im Moment keine Kinder mehr aufnehmen!“ beklagt Schwester Mercedes. Ein größeres Haus wäre ideal, um den persönlichen Bedürfnissen der einzelnen Kinder gerecht zu werden. Besonders die Älteren und die, die zur Schule gehen, bräuchten mehr Freiraum und Platz um sich zurückziehen zu können. Dies ist in der jetzigen Lage nicht realisierbar. Ein geeignetes Grundstück mit viel Grün und genügend Platz hat die Ordensschwester im Ortsteil St. Thomas in Puerto Plata bereits gefunden - weit abseits der starken Lärmkulisse, die im Moment das Waisenhaus umgibt. Um dort ein größeres „Casa Nazaret“ zu bauen, fehlt aber noch einiges an Spendengeldern. Schwester Mercedes gibt dennoch die Hoffnung nicht auf und vertraut auf das soziale Engagement ihrer Mitmenschen. „Im Moment sind aber Hochbetten wichtig, damit wenigstens jedes Kind sein eigenes Bett hat!“

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DomRep24 mit den Kindern

Egal wann man das Haus besucht, immer wird man herzlichst von den Kindern und Schwester Mercedes empfangen. Die Stimmung ist ausgelassen, einige Kinder tanzen zur Bachata Musik und singen, andere spielen oder hängen einem mit Fragen löchernd am Rockzipfel. Diejenigen mit stärkerer Behinderung werden liebevoll von den Betreuerinnen und Schwester Mercedes umgarnt. Obwohl sie in der Entwicklung und ihrem Wesen so unterschiedlich sind, haben alle eines gemeinsam. Sie sind Teil einer großen Familie, die auf Unterstützung von außen angewiesen ist.

Das Waisenhaus „Casa Nazaret“ – ein Auffangort in der Dominikanischen Republik
stolz über ein neues T-Shirt

Jeder, der gerne spenden möchte und die Kinder persönlich kennen lernen will, kann sich unter folgender Telefonnummer 8092614385 mit Schwester Mercedes in Verbindung setzen und einen Besuchstermin vereinbaren. Für den Bau des neuen Kinderheims wird in der nächsten Zeit ein Konto eröffnet, dessen Daten wir hier natürlich nachträglich veröffentlichen werden. Wir hoffen, dass genügend Geld zusammen kommt, damit die Kinder ein schönes Zuhause haben, in dem sie sich entfalten und wohlfühlen können.

 

Im Urlaub etwas Gutes tun: Jeder Cent wird benötigt und die Kinder freuen sich sehr über jeden Besuch und etwas Abwechslung! Auch Geschenke jeglicher Art sind willkommen!